Der Barbarenschatz

Den Römern geraubt

Im 3. Jahrhundert nach Christus fielen Germanenhorden plündernd in das zerrüttete Römische Reich ein. Von Habgier, aber auch von Armut und Not getrieben, drangen sie in Gutshöfe, Siedlungen und sogar Heiligtümer ein. Verwüstete Landstriche markierten bis nach Nordspanien ihren Weg. Doch nicht alle kamen mit ihrer Beute wieder siegreich nach Hause. Auf einem ihrer Rückwege wurden Germanen anscheinend von einer römischen Flotte überrascht. Bei den darauf folgenden Kampfhandlungen versank ein Teil der Beute. Anfang der 1980er Jahre wurde er nach 1.700 Jahren im Rhein wieder gefunden. Dieser einzigartige Schatz ist der größte römerzeitliche Fund an Metallgegenständen weltweit.
 
Der spektakuläre „Barbarenschatz“ besteht aus mehr als 1.000 Objekten aus Silber, Bronze, Messing und Eisen. Mehr als 700 Kilogramm wiegen diese kultischen Geräte, Waffen, Münzen, Werkzeuge, Boots- und Wagenzubehör sowie Tafel- und Küchengeschirr. Der Fund umfasst zwar fast ausschließlich Metallobjekte, doch zur Beute der Germanen gehörten auch Lebensmittel, Kleidung, Hausgerät, Fuhrwerke und Vieh. Es wurden aber auch Menschen aus den Provinzen verschleppt, vor allem Handwerker, die durch ihr technisches Know-how sehr begehrt waren.
Aufgrund seiner Reichhaltigkeit illustriert der Schatz eindrucksvoll das Leben der römischen Provinzbevölkerung an der Wende zur Spätantike.

Mit der Ausstellung „Der Barbarenschatz“ präsentiert die Lebenswelt Weinviertel im Museumszentrum Mistelbach erstmals eine hochkarätige internationale Ausstellung, die in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Urgeschichtemuseum Niederösterreich in Asparn/Zaya realisiert wird. Bereits 500.000 Besucher haben diese Ausstellung im Ausland gesehen, in Mistelbach ist sie nun das erste Mal in Österreich zu sehen. Begeben Sie sich selbst auf die Suche nach dem Barbarenschatz.

Ausführliche Informationen finden Sie online auf www.barbarenschatz.at