Oft wissen Archäologen nicht, wofür Grabungsfunde in den vergangenen Zeiten verwendet wurden. Bei der experimentellen Archäologie wird dies erforscht indem Funde nachgebaut und somit Erklärungen überprüft werden. Experimentelle Archäologie wird dann angewandt, wenn herkömmliche archäologische Praktiken nicht mehr sinnvoll anzuwenden sind.
Das Urgeschichtemuseum ist seit mehr als 20 Jahren dafür bekannt, experimentelle Archäologie durchzuführen.
Jeden Sommer sind für einige Tage Wissenschaftler vom Institut für Ur- und Frühgeschichte Wien am Gelände des Museums und verschaffen den Studenten im Rahmen von experimenteller Archäologie den Aha-Effekt. Studenten sollen in diesen Tagen Gelerntes in der Praxis erleben und verstehen indem Grabungsbefunde rekonstruiert werden.
Geboten wird dabei auch den Besuchern einiges: In der Metallerhütte werden Eisen und Kupferlegierungen vom Erz weg gemacht. Anschließend wird Bronze gegossen und Eisen geschmiedet. Nebenan wird getöpfert. Dabei stehen Laien, Keramikern und Archäologen gegenüber, eine angeregte Diskussion wird erwartet.
Abgesehen von der experimentellen Archäologie, die jährlich durch die Wissenschaftler der Universität Wien stattfindet, hat das Urgeschichtemuseum mittlerweile einige Konstruktionen im Freigelände, die ebenso in experimenteller Archäologie entstanden.