Seit Jahrhunderten ist der Michelsberg (Bezirk Korneuburg) ein sakraler Ort. Derzeit beschäftigen sich Archäologen unter der Leitung von Dr. Ernst Lauermann, dem Landesarchäologen Niederösterreichs und Leiter des Urgeschichtemuseums Niederösterreich, mit der Erforschung der sakralen Bauten am Michelsberg. Die Mauern einer barocken Kirche sind sehr deutlich. Jene der Vorgängerbauten kommen immer häufiger ans Licht, jedoch sind sie oft durch Fundamente späterer Bauten zerstört. Am 15. August gibt es die Möglichkeit die Ausgrabung unter fachlicher Führung zu begehen.
Im Vorjahr wurde mit den Grabungsarbeiten am Michelsberg begonnen. Die Fundamente der barocken Kirche, wenige Fragmente der Vorgängerbauten und mehr als 100 Gräber – vorwiegend Kinder und Jugendliche – wurden freigelegt. Die Bestattungen befanden sich allesamt in der frühbronzezeitlichen Schicht. Auch heuer wurden bereits mehr als 50 Gräber freigelegt, was Dr. Lauermann vermuten lässt, ob es sich um einen frühen Friedhof handelte. Bis auf wenige Gewand-Metallverschlüsse sind die Bestattungen ohne Beigaben.
Es tauchen aber auch immer wieder Mauerreste und Fundamentgräben auf, die noch nicht datiert werden können, weil das Fundmaterial zu gering ist. Die Fundamente der vorbarockzeitlichen Kirche zeigen noch keinen Zusammenhang, oftmals sind die bis zu 2 Meter breiten Fundamente der barockzeitlichen Kirche über die Vorgängerbauten und auch über die Bestattungen gebaut worden, sodass auf diese keine Rücksicht genommen wurde, was die wissenschaftliche Analyse erschwert.
Bis Ende August wird am Michelsberg noch gegraben. Am 15. August ist die Grabung für die Öffentlichkeit zugänglich.
Tag der offenen Tür am 15. August:
9:30 Uhr
Feldmesse
11 – 17 Uhr
Fachkundige Führungen